Kirche um 7 am 16. Oktober 2016: Reformation heute – Die Herrschaft des Geldes überwinden

Die Reformation des 16. Jahrhunderts wurde nicht zuletzt dadurch unausweichlich, weil Missstände herrschten, die viele Menschen, darunter Adlige, Geistliche und Bürger, nicht mehr tolerieren wollten.
Neben dem geistlichen Notstand, der im schwunghaften Ablasshandel seinen Ausdruck fand, waren vor allem die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung untragbar. Der Feudalismus, der ursprünglich zum gegenseitigen Nutzen von Adligen und Bauern diente und als beidseitiges Schutz- und Treueverhältnis definiert war, mutierte immer mehr zum Selbstbedienungssystem für die Mächtigen. Die Bauern und Leibeigenen mussten Abgaben und Frondienste in einem Umfang leisten, der ihnen die Grundlage zum Leben nahm. Sie verelendeten. Die Reformatoren, allen voran Luther, am konsequentesten Thomas Müntzer, prangerten dieses Unrecht an.
Das Reformationsjubiläum 2016/17 ist Anlass, genau hinzusehen: Nach wie vor leben wir weltweit in Unrechtsbeziehungen, die Menschen die Grundlage zum Leben nehmen. Landwirte und Arbeiterinnen weltweit sind dem Preisdruck der globalisierten Wirtschaft nahezu schutzlos ausgeliefert, Arbeitsrechte, Umweltschutz, Bildungschancen bleiben auf der Strecke. Der Theologe Prof. Dr. Ulrich Duchrow aus Heidelberg beleuchtet in seiner Publikationsreihe „Reformation radikalisieren“ gut informiert die Hintergründe dieser aktuellen Ausbeutungsprozesse und ermutigt theologisch und praktisch zu ihrer Überwindung.

Den musikalischen Rahmen gestaltet die Gruppe EcclesiJAZZ unter Leitung von Rudolf Schmid.

Hier der Handzettel zum herunterladen

Nach dem Gottesdienst ist bei Brot, Käse, Wein und Saft Zeit für Gespräche.

29.11.2015 Thema "Alfred Leikam, Gerechter unter den Völkern"

Referent/-innen: Beate Oethinger, Pädagogin, Wiesloch und Werner Frank, Dekan i.R., Schwäbisch Gmünd,  Musik: Taktzente

Alfred Leikam (1915 – 1992) war Notar und Bürgermeister und wurde vom Staat Israel als Gerechter unter den Völkern geehrt. Als junger Mann war er den CVJM Korb aktiv und schloss sich der Bekennenden Kirche an. Seine kritische Haltung zum Nationalsozialismus brachte ihn ins Visier des nazistischen Staats. Er wurde 1937 verhaftet und war über fünf lang Jahre im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Dort gelang es ihm, das Leben eines jüdischen Häftlings zu retten. Nach dem Krieg übernahm er vielfältige Aufgaben als Notar, Politiker und Synodaler der Württembergischen Landeskirche

Anlässlich seines hundertsten Geburtstags widmet sich Kirche um Sieben dem Leben und Denken dieses Mannes. Referenten des Abends sind die Pädagogin Beate Oethinger aus Wiesloch und Dekan i.R. Werner Frank aus Schwäbisch Gmünd. Beide haben Leikam persönlich gekannt.

Neben der historischen Annäherung an die Person Alfred Leikams wird die Frage nach der Bedeutung von Erinnerung im Mittelpunkt des Gottesdienstes stehen.

Hier der Vortrag von Dekan i.R. Werner Frank

Hier der Vortrag von Beate Oethinger

 

 

Am 18.10.2015 fand im Rahmen von Kirche um 7 Spezial der Vortrag „Knallhart religiös“ im Jakob-Andreä-Haus von Annette Kick, Weltanschauungsbeauftragte der Landeskirche und Veronika Bohnet, Weltanschauungsbeauftragte des Kirchenbezirks statt. Hier der Vortrag zum Nachlesen.